27. Mai 2021

Themengruppe grenzüberschreitender Arbeitsmarkt: lebhafte Diskussionen und viel Informationsaustausch

Letzte Woche fand im Rahmen der Grenzlandagenda die dritte Themengruppe „Grenzüberschreitender Arbeitsmarkt“ statt. Dies geschah mit rund 25 Teilnehmern aus den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen in digitaler Form. Das Thema „Arbeitsmarkt“ ist eine der sechs Prioritäten der Grenzlandagenda.

Foto: Sprechstunde in einem Grenzinfopunkt

Die Themengruppe besprach die beiden wichtigen Prioritäten für 2021: (1) Was ist der Status der grenzüberschreitenden Arbeitsvermittlungsstellen (SGAs) und (2) die Rolle der Grenzinfopunkte (GIPs) bei der Anerkennung von Berufsqualifikationen im Nachbarland. Anschließend teilte sich die Themengruppe in kleinere Gruppen auf, um sich über neue Schwerpunkte oder Themen für die Grenzlandagenda von 2022 zu beraten.

Wer auf der anderen Seite der Grenze arbeiten will, muss sich mit allem möglichen auseinandersetzen: einer anderen Sprache und Kultur und anderen Systemen wie dem Steuersystem und dem Gesundheitswesen. An den grenzüberschreitenden Arbeitsvermittlungsstellen unterstützen Berater Grenzbewohner, die auf der anderen Seite der Grenze arbeiten möchten. Auch Arbeitgeber, die neue Mitarbeiter aus dem Nachbarland rekrutieren wollen, können sich an diese Berater wenden. Zielsetzung: grenzüberschreitende Zusammenführung von Angebot und Nachfrage.

In den vergangenen Jahren haben sich die SGAs zu einem erfolgreichen Modell entwickelt: entlang unserer Landesgrenzen gibt es fünf SGAs: in Kerkrade, Maastricht, Venlo, Kelmis und Gronau. Basierend auf der Grenzlandagenda 2021 arbeitet die Themengruppe an einem gemeinsamen Plan, SGAs strukturell entlang der gesamten Grenze einzurichten, und es wird an der Gründung einer SGA in Kleve gearbeitet.

Zusätzlich zu den SGAs besprach die Themengruppe die Rolle der Grenzinfopunkte beim Thema Anerkennung von Berufsabschlüssen im Nachbarland: Es geht darum, dass Absolventen mit einem niederländischen Berufsabschluss in Deutschland arbeiten können und umgekehrt. Die Themengruppe arbeitet derzeit intensiv an Schulungen für GIP-Berater zu diesem Thema und einer Bündelung von Informationen zu Berufsabschlüssen. Hoch auf der Prioritätenliste der Grenzlandagenda steht, dass die GIPs Anerkennungsberatung für nicht reglementierte Berufe und Verweisberatung für reglementierte Berufe ab 2021 in ihre regulären Aufgaben miteinbeziehen.

Die Grenzinfopunkte beraten Grenzbewohner über Wohnen, Arbeiten, Studieren und unternehmerisch tätig werden auf der anderen Seite der Grenze. Entlang der niederländisch-deutschen Grenze gibt es Grenzinfopunkte in Bad Nieuweschans, Gronau, Kleve, Mönchengladbach, Aachen-Eurode und Maastricht.

Zusätzlich zu den Prioritäten aus der Grenzlandagenda besprach die Themengruppe, welche möglichen Themen sie auf die Agenda für den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt im nächsten Jahr setzen möchte. In den kleineren Gesprächsgruppen wurden viele Informationen ausgetauscht und diskutiert. Ein wichtiges Thema, das immer wieder genannt wurde, ist der Einfluss von Corona auf die Arbeit. Die Digitalisierung und das Arbeiten im Homeoffice werden erhebliche Auswirkungen auf den (grenzüberschreitenden) Arbeitsmarkt haben.

Quelle Foto: © EUREGIO